Elevation - Tour . com December 9th, 2019  
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U2 concert history
Yesterday in 1979
Electric Ballroom, Camden
1980
Stage One, Buffalo
1981
The Agora, Cleveland
1982
Muziekcentrum Vredenburg, Utrecht
1984
Fox Theater, Detroit
1987
The Omni, Atlanta
2010
Suncorp Stadium, Brisbane
2019
Gocheok Sky Dome, Seoul
Today in 1980
El Mocambo, Toronto
1982
Martinihal, Groningen
1984
Music Hall, Cleveland
1987
The Omni, Atlanta
1993
Egg Dome, Tokyo
1997
BC Place Stadium, Vancouver
2000
NBC Saturday Night Live - NBC Studios, New York
2002
New York Public Library, New York
2005
HSBC Arena, Buffalo
2006
Aloha Stadium, Honolulu
2010
Suncorp Stadium, Brisbane
Tomorrow in 1979
Moonlight Club, London
1981
Uncle Sam's, Buffalo
1982
Volksbelang, Mechelen
1993
Egg Dome, Tokyo
2005
Quicken Loans Arena, Cleveland

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U2 - Elevation Tour 2nd leg: Europe

2001-07-29: Waldbuehne, Berlin - Germany

( venue website | other U2 shows at this location )

<<< 2001-07-27 - Vienna | 2001-07-31 - Arnhem >>>


Articledetails
0000-00-00 - Ich bin wütend. Sehr wütend (german) by Sassan Niasseri
Source: Tagesspiegel

Mantra des Widerstands: Die Rockband U2 kämpft auch in der Berliner Waldbühne für eine bessere Welt

Bono rennt über den Laufsteg, schreit und lehnt sich in das Publikum, The Edge sprintet ihm hinterher und spielt auf seiner Gitarre, als handele es sich um einen Teilchenbeschleuniger; Bono kniet vor ihm nieder, beide singen sie gemeinsam in ein Mikro. Altmodische Posen, sicherlich, aber packend und mit einem Einsatz verkörpert, der im Vergleich zu anderen Bands ihrer Größe einzigartig ist.

Mit Verwunderung erinnern wir uns einer Zeit, da die Bühnenbilder von U2 mehr Aufsehen erregten als ihre Auftritte. Denn die früh erfolgreich gewordenen Popkünstler wollten endlich den Versuch wagen, ein Konzeptwerk zu vollbringen. So unternahmen die irischen Musiker auf den "Zooropa"- und "PopMart"-Tourneen etwas, das U2-Sänger Bono damals als "ironisches Spiel mit Marken-Globalisierung und der Fernsehwelt" bezeichnete - mit Effekten überfrachtete Events, die so konzipiert waren, dass der Zuschauer durch den Einsatz elektronischer Medien bis an die Grenze seines Fassungsvermögens getrieben wurde. Sie experimentierten nicht nur live mit Satellitenschaltungen, auf den rund zwei Dutzend asynchron gekoppelten Monitoren liefen zudem unzählige Screenings und Testbilder. 1997 reisten U2 mit einer begehbaren Discokugel in Form einer Zitrone. Kritiker höhnten, die Bühnentechnik hätte während der Tour nur einmal Sinn gemacht - als in Teilen des neuseeländischen Auckland der Strom ausfiel und sollen die Show-Generatoren für kurze Zeit die Energieversorgung der Stadtteile einfach übernahmen haben.

Als U2 jetzt unter dem Motto "Elevation" in die Walbühne einrücken, sind es nicht multimediale Effekte, die im Vordergrund stehen. Videoeinspielungen gibt es kaum, und auch die Bühne ist dezent gestaltet. Lediglich ein roter Laufsteg in Form eines Herzens ist quer durch die Zuschauerreihen gezogen worden. Was bleibt, sind vier Musiker und ihre Songs. Bei U2 ist das nicht wenig. Von ihren Hits ertönen an diesem Abend sehr viele, und es ist grandios anzusehen, wieviel Sendungsbewusstsein und Einsatz die Band besonders den frühen, politisch motivierten Stücken wie "New Years Day" oder dem bis zur Unerträglichkeit hymnisierten "Sunday Bloody Sunday" entgegenbringen. Es folgt ein Hinweis auf die bevorstehenden Nordirland-Wahlen, eine Rede, eingeflochten in das als Mantra vorgetragene "Get up, Stand up" von Bob Marley. Und obwohl es rührend wirkt, möchte man Bono seinen Idealismus noch immer abnehmen.

Doch gibt es bei U2-Konzerten auch die unfreiwillig komischen Momente. Dann, wenn Bono bei seinen Ansagen wie ein großer Junge wirkt, der geradewegs ausspricht, was ihm an Assoziationen durch den Kopf schießt. "I am angry. Very angry. Violence is never right, never", sagt er. Bei "In A Little While" zieht er plötzlich ein Mädchen aus dem Publikum zu sich auf die Bühne, das ein T-Shirt der Ramones trägt. Bono nimmt es bei der Hand, und er erzählt stockend die Geschichte vom Krebstod Joey Ramones, und dass der Vater der amerikanischen Punkbewegung seine letzten Minuten mit den Gospel-Klängen von "In A Little While" verbracht haben soll. Er hat diese Anekdote schon öfter erzählt. Aber dann lächelt er das Mädchen an, "You're wearing a great Shirt, and I love you" und küsst sie auf den Mund. "This is an extraordinary Night."

Die Aufteilung der Welt in Schwarz und Weiß haben U2 immer betrieben. Selten jedoch gelang das so stimmig wie bei dem Anti-Kriegs-Stück "Bullet The Blue Sky". Hatte die Band den Song früher noch mit Video-Einspielungen von Hakenkreuzen und Flakscheinwerfern unterlegt, ging es diesesmal um einen Bösewicht, der sehr viel leichter fassbar ist: Charlton Heston, Schauspieler und Präsident der "National Rifle Association", der amerikanischen Schusswaffen-Organisation. "A gun in the hand of a good person is no threat", sieht man ihn auf der Leinwand sagen. Auf der Bühne spielt The Edge das Achterbahn-Riff, der Gitarrensound ist ein einziges Kreischen. Dann folgen Bilder von Kindern bei Schießübungen und Bilder von Todesopfern. Manchmal ist es das Beste, wenn die Dinge so simpel gesagt werden, wie sie sind. Es ist ein schmaler Grat. An diesem Abend sind U2 hin hinaufgewandert.

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