Elevation - Tour . com August 19th, 2019  
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U2 concert history
Yesterday in 1992
Saratoga Raceway, Saratoga Springs
1993
Arms Park, Cardiff
1997
Zeppelinfeld, Nuremberg
2001
Earl's Court Arena, London
2009
Hampden Park, Glasgow
Today in 2001
Earl's Court Arena, London
2012
Club 55, St Tropez
Tomorrow in 1983
Loreley Amphitheater, St. Goarshausen
1992
Foxboro Stadium, Foxborough
1993
Wembley Stadium, London
1997
Expo Field, Hannover
2009
Don Valley Stadium, Sheffield
2010
Olympic Stadium, Helsinki

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U2 - Elevation Tour 2nd leg: Europe

2001-07-29: Waldbuehne, Berlin - Germany

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Articledetails
2001-07-31 - Glaube, Liebe, Hoffnung (german) by Peter E. Müller
Source: Berliner Morgenpost

Nach zwiespältigen Experimenten mit gigantischen Bühnenshows haben sich U2 wieder ihrer Wurzeln besonnen

Cooles T-Shirt. Bono zeigt in die wogende Menge zu seinen Füßen. Und zieht ein Mädchen im Ramones-Hemd zu sich auf die Bühne. Tränen fließen vor Glück. «Die Ramones waren der Grund, warum wir angefangen haben, Musik zu machen», behauptet Bono. Und: «Das war der letzte Song, den Joey Ramone vor seinem Tod gehört hat.» Der Sänger hält das Mädchen eng im Arm und lässt sie die ganze schöne Soulballade «In A Little While» über nicht mehr aus dem festen Griff. Bono hat alles fest im Griff an diesem Abend. Die Show. Die Band. Die Fans. U2 in der seit Monaten ausverkauften Waldbühne - es war das Konzert des Jahres.

Dabei stand die Show am Nachmittag noch auf der Kippe und die Waldbühne nach einem Gewitterwolkenbruch unter Wasser. Die Aufbauten verzögerten sich, das Vorprogramm der Söhne Mannheims wurde gestrichen, kurzfristiger Ersatz per Handy besorgt. Das klingelte bei Comedypopstar Michael Mittermeier, als er gerade im Taxi auf dem Weg zur Waldbühne war, um sich die Show anzusehen. Jetzt muss er arbeiten. Mittermeier braucht keine Instrumente, ihm reicht ein Mikrofon. Das erspart einen Pausenumbau. Und er nimmt die 22 000 Besucher mit seinen bayerischen Flapsigkeiten über das Sommerloch, über Jenny Elvers, Gucci-Ghetto-Girl Sabrina Setlur, Zeugen Jehovas und Disco-Fox-Tänzer im Handstreich.

Als U2 kurz vor neun mit «Elevation» die Bühne entern, ist im Amphitheaterrund kein Halten mehr. Alles erhebt sich von den Sitzbänken. Hände recken sich in die Höhe. Tausende Kehlen skandieren den schrillen «Huu Hu»-Schlachtruf. Gitarrist The Edge im roten Nummer-3-T-Shirt sägt die markanten Riffs, Bassist Adam Clayton und Schlagzeuger Larry Mullen Jr. legen den pulsierenden Groove vor. Bono mit Lederjacke und Sonnenbrille singt «You make me feel like I could fly . . .», und die Stimmung springt von Null auf 100.

Diese Viererbande ist seit mehr als 20 Jahren ein eingespieltes Team, das sich mit ungebrochener Spiellust in immer neue Höhen rockt. Wobei U2 ihrem hymnischen Sound eine gehörige Portion Soul beimengen. Sie machen die Gigantomanie der neunziger Jahre vergessen, als sie sich im technischen Größenwahn von Shows wie «ZooTV» und «PopMart» fast verloren hatten. Sie haben sich wieder ihrer Rock-Wurzeln besonnen.

Die Inszenierung ist diesmal ganz auf die Band ausgerichtet, der sich die ausgefeilte Technik unterordnet. Der Sound ist von erster Güte, die Schwarzweißbilder der Videowände von zurückhaltender Nüchternheit, die Lichtregie pointiert. Und nein, es gibt keinen Pyrotechnik-Einsatz. Imposant ist eine gewaltige Videobreitwand hinter der Band, die später am Abend mit imposanten Pop-Art-Lichtspielen zum Einsatz kommt. Und vor der Bühne wurde ein gewaltiger herzförmiger Laufsteg errichtet, auf dem Bono in der Masse baden kann. Er tut es immer wieder. «Until The End of the World» wird zum Zweikampf zwischen Jesus und Judas, als Bono sich auf dem roten Catwalk mit The Edge anlegt und mit Füßen gegen die Gitarrensaiten tritt. «Sunday Bloody Sunday» gerät zum vehementen Stoßgebet für Frieden in Nordirland, die Ballade «Stuck In A Moment» zum richtigen Zeitpunkt, um die Waldbühne in ein Lichtermeer aus Einwegfeuerzeugen zu verwandeln. Immer wieder brandet Jubel auf. Immer wieder wird zum Mitsingen animiert. Die Atmosphäre knistert auf höchst positive Art.

«Hier in Berlin wurde ,Achtung, Baby!' geboren», sagt Bono auf deutsch und verweist auf die richtungweisende Platte von 1991. «Und das ist gut so», fügt er an und begrüßt damit Bürgermeister Klaus Wowereit im Publikum. Eine aufregende Zeit hätten sie gehabt damals in dieser «verschrobenen, seltsamen Stadt». U2 sind auch gleich in Berlin geblieben. Für Aufnahmen zu einem neuen Video, das heute in der Max-Schmeling-Halle gedreht wird.

Längst ist die Waldbühne zum beseelten Hexenkessel geworden. Bei «Desire» im klassischen Bo-Diddley-Beat stehen alle vier Musiker auf dem Laufsteg mitten im Publikum, zwischendurch stimmt Bono «In My Life» von den Beatles a-cappella an. «New Years Day», «Where The Streets Have No Name», «Mysterious Ways» - U2 können auf ein reichhaltiges Repertoire zurückgreifen und sie spielen die Ohrwürmer mit einer rauen. überbordenden Energie, als sei es ihr letztes Konzert.

Spaß und politisches Engagement gehen Hand in Hand, und eigentlich wollen Bono und seine Kumpels immer noch die Welt retten. «Get up, stand up, stand up for your rights», predigt Bono. Seid zornig, wehrt Euch, aber: keine Gewalt, «never take a life» dichtet er dazu in Anspielung auf die Vorgänge beim G8-Gipfel von Genua, der doch nicht die von der «Drop The Debt»-Initiative erhofften Fortschritte für eine Entschuldung der Dritte-Welt-Länder gebracht hat. Bei «The fly» zum Finale springt Bono gegen die Projektionswand und bleibt sozusagen als Schatten seiner selbst wie eine Fliege daran kleben.

Gleich fünf Zugaben gibt es, die erste, «Bullet The Blue Sky», wird eingeleitet von einer Videoeinspielung, in der Hollywoodschauspieler und US-Waffenlobby-Anführer Charlton Heston dumme Sätze wie «Jede Waffe in der Hand eines guten Menschen ist eine gute Waffe» sagen darf - gefolgt von suggestiven Kriegs- und Straßenkampfbildern. Das messianische Werben um Glaube, Liebe, Hoffnung und mehr Verständnis unter den Menschen hat längst nicht mehr diese penetrante Zeigefingermentalität von einst. Doch U2 nehmen ihr Anliegen, etwas gegen das Leid in der Welt zu tun, nach wie vor ernst. So ein bisschen fühlt man sich dann doch wie beim Kirchentag. Aber die Musik ist besser.

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